
Jetzt beginne ich also meinen, wie ihr sicher schon bemerkt haben solltest, ersten Teil von “Warum bin ich ein Otaku”. Da ich davon ausgehe, dass dieser Eintrag etwas länger werden sollte (da ich sehr weit ausholen will), werde ich das ganze in zwei Teile gliedern. Im ersten Teil werde ich jetzt versuchen zu erklären, wie ich zu einem Otaku geworden bin.
Das Wort Otaku kann und wird letztenendes von fast jedem Menschen, der dieses Wort kennt recht unterschiedlich ausgelegt, für einige ist es eine Art Orden, mit dem man sich schmücken kann und für wieder andere eine böswillige Beleidigung. Ich selbst will jetzt nicht versuchen zu erklären, ab wann genau jemand ein Otaku ist und ab wann nicht. Alles was ich will, ist aufzuzeigen warum ich mich selbst als Otaku sehe. Ich denke mal dadurch sollte besonders gut sichtbar werden, was meiner Meinung nach einen Otaku ausmacht.
Solange ich denken kann habe ich schon bevorzugt Animes geschaut, auch wenn mir dieses damals nicht einmal bewusst war. Als Kind unterscheidet man noch nicht zwischen Animes und Random Zeichentrick Serien, trotzdem gefielen mir gezeichnete Serien und Filme schon immer besser als Serien und Filme in 3D.

Die ersten Animes, an die ich mich erinnern kann sind wohl Biene Maja, Wicki und die starken Männer und einige andere, von denen ich die Namen heute aber nicht mehr weiß.
Jedoch waren dies alles noch Kinderserien, die man wohl einfach so guckt ohne bestimmte Gründe. Die erste Serie, die dann wirklich stark mein Interesse fand war Sailor Moon. Meine erste Begegnung mit einer Serie, in der es unter anderem um Liebe und Hass, Gut und Böse ging. Eine Serie die ich förmlich in mich einsaugte! Keine Folge durfte ich verpassen, unter gar keinen Umständen! Jede Episode musste auf Video aufgenommen werden, damit ich sie auch nicht verpasste, wenn ich mal etwas länger Schule hatte.
Von vielen meiner Mitschüler wurde ich schon damals wegen meines Hobbys belächelt. Sailor Moon galt an meiner Grundschule als Mädchen Serie und wenn ein Junge soetwas guckte, war er “merkwürdig”. Meine Klassenkameraden mochten lieber die Power Rangers, mit denen ich nur bedingt etwas anfangen konnte.
Dank meiner aber schon damals sehr ausgeprägten Fähigkeit Leute von meiner Meinung zu überzeugen, brachte ich dann doch einige dazu Sailor Moon zu gucken und auch zu mögen, so fand ich damals meine ersten Freunde.

Das nächste Anime welches mein Leben beeinflusste war Nadia Secret of Blue Water, oder damals noch “Nadia und die Macht des Zaubersteins.” Ich weiß zwar nicht, wie ich damals das Deutsche Opening davon ertragen konnte, aber ich fand es damals wohl gut. ^^’
Die Serie fand ich von Anfang an sehr sympatisch und spannend, mal ein Anime mit richtig fortlaufender Handlung, wo nicht jede Folge ein Random Bösewicht auftauchte, wie noch in Sailor Moon. Mit vorangehen der Folgen wurde die Serie dann auch immer spannender, bis zum ersten großen Showdown zwischen der Nautilus und Gargoyle’s Mega Flugschiffes. Nie zuvor hatte ich soetwas episches gesehen und nie zuvor hatte ich solche Gänsehaut beim gucken einer Serie! Als dann die Nautilus verlor und in den Tiefen versank, war ich den Tränen schon sehr nahe….
Die Main Charas jedoch entkamen und verbrachten fast den Rest der Serie auf einer “einsamen Insel”. Hier zeigte sich dann richtig die humoristische Seite der Serie, jedenfalls bis zum nächsten Showdown gegen Gargoyle in den letzten Folgen.
Leider jedoch blieben mir diese letzten Folgen erst einmal verwehrt, da mein Videorekorder ganz einfach versagte…. Meine Freunde erzählten mir von epischen letzten Endfights zwischen der neuen Nautilus und Gargoyle’s Geheimwaffe, der Red Noah! Ich hörte von sterbenden Main Chars, jede Menge Blut und einem unendlich genialen Ende…. Viele Jahre sollten jedoch noch vergehen, bis ich auch die letzten Folgen sehen konnte….

Doch nicht nur Serien prägten mich, sondern auch Spiele! Früher spielte ich nur spiele wie Super Mario, Warcaft 2 oder Street Fighter, doch dann bekam ich eine Demo von Final Fantasy VII in die Hand. Ich war mehr als überrascht! Ein Spiel ohne Echtzeitkämpfe? Ein Spiel wo sich zwei Gegnerische Teams einfach gegenüber stehen und warten bis ein Balken voll wird, dann rennt einer hin, schlägt einmal zu und kehrt dann brav wieder zu seinem Ausgangspunkt zurück….. Irgendwie kann das ja nichts werden, dachte ich.
Viele Jahre später jedoch bekam ich eine Vollversion davon in die Hand und begann es zu spielen. Die Story und das Gamesplay waren am Anfang zwar leicht gewöhnungsbedüftig, doch gefielen nach einiger Zeit sehr gut! Es war mein erstes J-RPG wie einige sagen würden. Die Story gefiel mir so gut, dass es danach sogar viele Jahre mein Lieblingsspiel bleiben sollte.

Es gab dann natürlich auch noch viele andere Animes, die mein besonderes Interesse fanden, wie z.B. DoReMi, Cutey Honey, Kickers, Digimon oder auch Dragonball, aber das alles genauer zu erwähnen würde jetzt einfach den Rahmen von guter Unterhaltung sprengen.
Ich möchte hier erst einmal einen Strich ziehen, da dies bis jetzt alles Erlebnise aus meiner Kindheit waren.
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Nun komme ich also mal zu den Dingen, die mich wirklich zu einem Otaku werden ließen. Vorbelastet genug war ich aus der Vergangenheit ja schon.

Das hiefür wohl wichtigste Ereignis war Neon Genesis Evangelion! Ich erwähnte ja schon öfters, dass mich diese Serie zu einem Otaku machte. Durch irgendeinen Zufall kam es, dass mein Bruder mir von einer Serie erzählte, die er vor einigen Jahren mal im Abendprogramm von Vox gesehen hatte. Sogar ein Anime mit Untertiteln, etwas wovon ich noch nie etwas gehört hatte.
Er schwärmte mir jetzt ca. 1 Jahr die Ohren voll mit der Serie und kaufte sich dann auch endlich mal die DVD’s davon. Ich war jedoch erst leicht irritiert darüber, was ich von einem Anime mit japanischer Sprache und Untertiteln halten sollte. Ich begann nun also jeden Tag ca. 2-3 Folgen zu gucken. Sehr schnell wurde mir klar, warum mein Bruder immer soviel gutes über diese Serie erzählt hatte! Es gibt kaum Worte um zu beschreiben, wie unendlich gut Neon Genesis Evangelion ist! Die Serie war von der ersten bis zur letzten Folge extrem spannend und wurde nicht ein einziges mal langweilig.
Ich gewöhnte mich sehr schnell an das lesen von Untertiteln und erkannte ebenso schnell, wie sehr viel besser ein Anime doch in der Original Sprache ist. Alle Eomitionen wirkten so viel intensiver! Niemals zuvor hatte ich etwas vergleichbar gutes gesehen. Ich glaube es gab kaum eine Serie, bei der ich nach der letzten Folge so sehr weinen musste, nicht weil das Ende besonders traurig war, sondern weil mir bewusst wurde, dass es jetzt vorbei wäre mit der Serie….
Nachdem NGE nun vorbei war, wusste ich gar nicht mehr, wie es weiter gehen sollte. So verdammt geniale Serien gibt es also in Japan! Und so unendlich cool klingen sie im Original!
Ich wollte, dass es weiter geht! Ich wollte mehr solcher Serien sehen! Ich beschloss nun also, mein Leben der Suche nach vergleichbar guten Serien zu widmen! Ich denke ab diesem Zeitpunkt hätte man mich als angehenden Otaku bezeichnen können.

Mein Problem bei der Sache war jetzt nur, woher gute Serien bekommen? Mein Bruder wollte auch weiterhin gute Animes gucken, aber ihm fehlte das Geld für weitere DVD’s, außerdem kaufte er sich dann meist doch lieber Spiele oder anderes dafür. Letzten Endes stand ich nun also doch echt alleine mit meinem neuen Hobby da und hatte als Schüler ohne Zugang zu ebay auch kaum die Mögleichkeiten an Animes zu kommen (zu diesem Zeitpunkt auch noch ohne Internet).
Doch dann traf ich jemanden, den ich am liebsten schon früher getroffen hätte. Die Rede ist von Satiro! Wie genau dies passierte, soll hier nicht beschrieben werden, aber wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut. Wir beide wurden verbunden durch die gleiche Sache, wir waren beide große Fans von Animes, hatten aber beide keine wirklichen Freunde, die groß was damit hätten anfangen können. Also beschlossen wir uns beide, die anderen sausen zu lassen und lieber selbst die besten Freunde zu werden und soviel wie möglich zeit miteinander zu verbringen (kommt das gerade so schwul rüber wie ich fürchte?^^’)
Auf jeden Fall beschlossen wir Animes nun nur noch gemeinsam zu gucken und bald fanden wir auch die Möglichkeit, uns neue Serien zu besorgen. Die ersten kauften wir noch auf DVD via ebay. Endlich konnte ich weitere geniale Animes erleben und das dann auch noch auf japanisch mit Untertiteln, außerdem noch zusammen mit jemandem, der ein genauso großer Fan war, wie ich selbst.

Von Satiro hörte ich dann auch das erste mal das Wort “Otaku”, welches mir bis dahin noch völlig fremd war. Er erklärte mir das in ungefähr so, dass Otakus eben Leute sind, die am liebsten Animes gucken und sich sehr intensiv mit diesen beschäftigen. Das klang doch genau nach mir, dachte ich! Jedoch erklärte er mir, dass auch mehr dazu gehört, als einfach nur Animes zu schauen. Otakus lesen auch die Mangas zu den Serien und kaufen sich Merchandising ihrer Lieblingscharaktere und Serien.
Mit Mangas hatte ich noch nie kontakt gehabt und wusste gar nicht, was ich mir darunter vorstellen sollte. Er nahm mich einmal mit in einen Buchladen und zeigte mir, was Mangas eigentlich sind. Ich fand das echt interessant, ein Anime halt einfach in Buchform. Das erste Manga, was ich mir dann kaufte war Ichigo Mashimaro Band 1. Satiro hatte es mir so verflucht gehypet, dass ich es einfach kaufen musste. Niedliche Mädchen, die niedliche Dinge tun! Einfach ein sehr süßes Manga mit extrem süßen Lolis. ^^’
Auch fing ich mir nun an, Zeitschriften zu kaufen, um meine ersten Poster zu haben. Nachdem ich einmal in Satiros Zimmer war, dachte ich nur “BOAH, ich will auch so viele Anime Poster haben!” Ich begann nun also immer mehr, ein Otaku zu werden und nannte mich nun auch selbst so! Deswegen legte ich damals auch meinen RL Namen ab und nannte mich von nun an “Shino Bakura”. Shino kam einmal von Shino aus Naruto und von Shino aus Pita Ten, Bakura von Yami-Bakura aus Yu-Gi-Oh! (bis heute mein alter Ego).

Da fällt mir ein, wenn ich schon bei Pita Ten bin, auch Pita Ten war ein wichtiger Bestandteil meines Otaku werdens. Nach einigen süßen Mangas ohne große Story, wurden mir von Satiro immer wieder die Pita Ten Mangas empfohlen. Er meinte immer, sie wären verdammt niedlich und hätten zusätzlich noch eine gute Story. Mangas mit guter Story, soetwas konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht vorstellen. Mangas dienten bis dahin nur für moeness und Comedy, wie ich es heute sagen würde. Ich hätte nicht gedacht, wie ein einfaches Buch ohne Synchro, eine gute Story erzählen sollte.
Doch wurde ich von Pita Ten eines besseren belehrt! Nach den ersten 5 Mangas fragte ich Satiro noch: “Hey, wo bleibt die gute Story, die du immer wieder erwähnt hattest”? Doch dann kam es und es war um mich geschehen….. Niemals hätte ich soetwas kommen sehen! Ein Manga, welches mich so extrem emotional mitnahm….. Es war teilweise so, als hätte ich einen guten Freund verloren. Ich konnte in den letzten Bänden kaum noch aufhören zu heulen…… Ich verschlang die letzten 3 Bände förmlich am Stück und das Ende der Story machte mir schwer zu schaffen. Ja selbst wenn ich heute daran denke, kommen mir fast schon wieder die Tränen……
Der letzte Schritt war dann eigentlich nur noch, dass ich endlich Internet hatte und nun Zugriff auf Animes per Fansubs. hatte. Nun konnte ich auch endlich ausgiebig genug meinem Hobby frönen! Nun folgten noch viele viele Serien, die ich jetzt aber nicht noch extra alle aufzählen möchte.
Bei meinem nächsten Eintrag, werde ich dies dann wohl aber noch etwas näher tun. Dieser Eintrag sollte jedoch erst einmal nur dazu dienen, aufzuzeigen wie und warum ich ein Otaku geworden bin und ich hoffe mal, dass mir dies auch gut gelungen ist.
Ich hoffe jetzt ist auch klar, dass man nicht einfach durch das gucken von Moe Animes zu einem Otaku wird!
“(kommt das gerade so schwul rüber wie ich fürchte?^^’)”
Noch schwuler. Doch homo Sidechars sind immer einen Lacher gut.
“Das erste Manga, was ich mir dann kaufte war Ichigo Mashimaro Band 1.”
So begann das große Übel also… für gewöhnlich sollen doch die jungen Jahre drastische Persönlichkeitsstör- ärrm…
” (kommt das gerade so schwul rüber wie ich fürchte?^^’)”
Ich weiß wovon du sprichst, aber hey, who cares?
“Der letzte Schritt war dann eigentlich nur noch, dass ich endlich Internet hatte”
Das war bei mir auch der ultimative Katalysator ^_^;;
Ich muss sagen, mein Otaku Werdegang sah recht ähnlich aus … nur habe ich jahrelang versucht, trotz allem “normal” zu sein. Allerdings war irgendwann der Punkt erreicht an dem ich erkannt habe dass das sinnlos ist, seit dem bin ich quasi Vollblut-Otaku ;)
Hallo
Ich bin auch,damals zum Anime Fan geworden,wie vox NGE ,PL,Macross,BBC usw ausgestrahlt hat,
Aber wirklich toll fand ich NGE beim ersten mal ansehen nicht,vielmehr mochte ich damals Bubblegum crisis,MD Geist,Plastic Little usw
Aber vielleicht war ich zu dieser zeit für nge einfach zu jung,weil ich gerade damals 13 war.
Aber als ich dann mal in Wien war und dort ne english synchronisierte VHS von Evangelion gekaufft habe ,musste ich mir die ganze serie zulegen und hab sie dann inerhalb von 2 tagen angesehen.
Bei mir ist es eher so das Anime’s und Manga’s mich gefunden habe.
Ist eine echt lange geschicht .
Von meine ersten Manga vor 20 Jahren den mir ein Austauschstunden aus Japan gegeben hat zu dem ersten selber gekaufen Manga vor 15 jahren ^^
Der wie ich hinzufügen sollte nur wegen einer fehl lieferung im laden war und eigendlich nicht zum Verkaut stand. u.s.w
Darüber könnte ich stundenlang reden.
Wäre mal was für eine YouTube VideoSerie .